Salzwedel – Im Juni werden es zwei Jahre. 2024 übernahm Edda Giesemann die Aufgabe, eine neue Außenstelle des WEISSEN RINGS in der Altmark aufzubauen. Die Uelzenerin brachte jahrelange Vorerfahrung mit (AZ berichtete). Mittlerweile ist das Team um die über 70-jährige Ehrenamtlerin, die sich um die Opfer von Gewalttaten kümmert, gewachsen.
Dem Team von Giesemann hat sich vor Ort mit Dagmar Lipski eine weitere weibliche Ansprechpartnerin angeschlossen und auch ein Mann. Wolfgang Mohr ist stellvertretender Leiter der Außenstelle. Die befindet sich seit geraumer Zeit nun im Kernort der Hansestadt, nachdem zunächst ein in einem Ortsteil ansässiges Unternehmen sie aufgenommen hatte.
Die Situation sei dabei aber nach wie vor vorläufig, lässt Mohr durchblicken, da sich die Ring-Mitarbeiter mit Ratsuchenden in einem Gemeindezentrum verabreden. Einen Ort zu finden, den man allein nutzt, wird mittelfristig das Ziel sein.
Verstärkung in allen Orten gesucht
Ebenso der weitere Aufbau. „Der Standort Stendal wird von uns aus Salzwedel noch mit betreut, da für Stendal noch keine Außenstellenleitung gefunden werden konnte. Wir sind nach wie vor auf der Suche nach geeigneten ehrenamtlichen Mitarbeitern“, so Mohr. Immerhin da, erklärt der stellvertretende Leiter, habe sich die Situation etwas entspannt: „Wir haben zwei neue Kolleginnen gewinnen können, eine für Salzwedel und eine für Stendal.“ Für eine eigene Außenstelle reicht es in der Ostaltmark damit zwar noch nicht, aber immerhin.
In Stendal sind es dann insgesamt zwei Ansprechpartnerinnen, in Salzwedel vier. Mehr Schultern, weniger Termine für den Einzelnen. „Manche Männer werden auch Opfer und möchten sich nicht einer Frau offenbaren. So wie ich nachvollziehbarer Weise nicht im Frauenhaus tätig werde“, wirbt Mohr auch für männlichen Zuwachs.
Also ist die aktuelle Netzwerkerweiterung nicht nur durch die räumliche Frage limitiert. „Wegen unserer begrenzten personellen Ressourcen sind im Augenblick keine weiteren Standorte in der Altmark geplant“, bedauert Mohr. Denn auch Gardelegen oder Klötze sollten irgendwann die weißen Flecke auf der Landkarte des WEISSEN RINGS schließen. Und das nach Möglichkeit mit Vor-Ort-Ansprechpartnern.
Verschnaufpause nur am Jahresende
Das wäre so wichtig. Denn dass die Tätigkeit gebraucht wird, ist unstrittig. Über mangelnde Kontaktaufnahme können sich die Berater nicht beklagen. „Das Jahr 2025 hat sich gut entwickelt, und wir hatten stets ausreichend mit der Opferarbeit zu tun. Lediglich in den letzten zwei Wochen im Dezember war es erstaunlich ruhig. Wir haben das aber durchaus positiv gesehen, da man sich dann doch auf die Familie und die Festtage vorbereiten konnte“, freut sich Mohr über eine kleine Auszeit zum Jahresende. Mehr als 100 Fälle hat das Salzwedeler Gespann im abgelaufenen Jahr betreut, sagen Mohr und Giesemann.
Kontakt für Opfer und Unterstützer
2026 stehen die Opferschützer wieder voller Tatendrang zur Seite. Wer Hilfe benötigt, kann sich jederzeit per Mobilnummer 0160 98 22 5218, Fax (0345) 47 00 755 oder E-Mail an altmarkkreis-salzwedel@mail.weisser-ring.de an das Team wenden.